Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So auch das 150. Gründungsfest der FFW Neukirchen vom 28. bis 31. Juli 2017. Traditionsgemäß gilt es dabei, eine Festmutter und eine Festbraut zu küren. So machten sich am Sonntagnachmittag neben zahlreichen Floriansjüngern auch die Fest-Kinder und deren Eltern unter Begleitung der Blaskapelle Döfering mit dem Bus auf den Weg in die Untere Au, um Nina Hornig zu bitten, das Amt der Festbraut zu übernehmen.

Und die Spannung stieg

Nach einem Standkonzert stieg die Spannung, ob die Zusage im Handumdrehen erfolgen würde. Mit der Bitte in Versform wandte sich Festleiter Peter Staudacher an die sympathische Festbraut in spe, die eine hundertprozentige Feuerwehrlerin ist. Trotz Überreichung eines Blumenstraußes an die gewünschte Festbraut, konnte er diese nicht ohne Weiteres dazu bewegen, ihre Zusage zu geben. Vielmehr stellte Nina Hornig eine Bedingung: “Ich möcht‘, dass ihr mich praktisch auf Händen tragt’s, af de Arm, auf’m Buckl, zu zwoat, egal wie ihr’s packt. Jeder von euch soll mi a kloans Stückerl tragn, jeder nur so lang, wie er’s kann vertragn.”

Unter dieser Prämisse ging es mit Schirm und Charme am Radweg entlang Richtung Festmutter, ohne die junge Dame abzusetzen. Zuvor konnten sich nicht nur die geforderten Männer mit Bier stärken. Ein Dutzend kräftige Kerle meisterten die Aufgabe. Erst als sie Nina Hornig wohlbehalten in den Hof der potenziellen Festmutter trugen, gab die Festbraut ihre Zustimmung und wünschte vier sonnige Festtage im Juli 2017.

Knien auf der Spitzkante

Noch bevor Festleiter Peter Staudacher den Grund des Erscheinens der FFW-Kameraden schildern konnte, verdonnerte Ulrike Bachl ihn sowie Kommandant Werner Bartl und Vizevorsitzenden Fritz Weber, auf einem Holzbalken mit Spitzkante zu knien. Um die drei Herren nicht zu überfordern, schenkte sie ihnen weiche Identitäts-Kissen. Die Bittsteller nannten mit Freundlichkeit und Treue zum Verein einige Kriterien im Amt einer Festmutter, die zudem nett, schön und eine Neukirchnerin sein müsse. Ulrike Bachl ist die allerbeste Wahl, bestätigte der Festausschuss.

Während ihr ein prächtiger Blumenstrauß überreicht wurde, stimmte sie dem Ansinnen zu. Danach sprach Ulrike Bachl das erlösende “Ja”, ehe sie die Gäste zum Sektempfang einlud. Gemeinsam marschierte man in die dekorierte Lederer-Halle zur Einstimmung auf das Fest. Dort begrüßte Festleiter Peter Staudacher neben den Floriansjüngern und Ehrengästen eine stattliche Zahl von Mädchen und Buben. An den Festtagen werden zehn “Festdeandln” Ulrike Bachl und 13 “Festkinder” Nina Hornig begleiten. Ihnen dankte Kommandant und Vorsitzender Werner Bartl ebenso wie der Festmutter und Festbraut für die Amtsübernahme. Er wünschte, dass sie wie die 18 Festdamen die FFW würdig vertreten, und versicherte: “Wir sind stolz auf euch.”

Diesen Worten schloss sich auch Bürgermeister Markus Müller an, der sich als Mitglied der Feuerwehr über die beachtliche Resonanz seiner Kameraden freute. Das gesellige Beisammensein mit Musik der Rittsteiger Lumpen dauerte bei vorzüglicher Bewirtung bis zum späten Abend, wobei auch getanzt wurde.

Bericht vom Bitten am 02.10.2016, Brandl Helga